2,2′-Bipyridin

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Strukturformel
Strukturformel von 2,2′-Bipyridin
Allgemeines
Name 2,2′-Bipyridin
Andere Namen
  • 2,2′-Bipyridinyl
  • α-Bipyridyl
  • α,α′-Dipyridyl
  • bipy
  • bpy
Summenformel C10H8N2
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle mit schwachem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 366-18-7
EG-Nummer 206-674-4
ECHA-InfoCard 100.006.069
PubChem 1474
Wikidata Q209143
Eigenschaften
Molare Masse 156,19 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

70–72 °C[1]

Siedepunkt

272 °C[1]

Löslichkeit

schlecht in Wasser (5,5 g·l−1 bei 22 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301+311
P: 264​‐​270​‐​280​‐​301+310​‐​302+352+312​‐​361+364[1]
Toxikologische Daten

100 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

2,2′-Bipyridin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Bipyridine mit der Summenformel C10H8N2. Sie besteht aus zwei Pyridinringen, die jeweils in α-Position miteinander verknüpft sind.

2,2′-Bipyridin kann aus Pyridin bei 330 °C mit Eisen(III)-chlorid[3] oder bei Raumtemperatur mit Raney-Nickel[4] synthetisiert werden. Ein weiterer einfacher Syntheseweg ist die Ullmann-Kupplung von 2-Brompyridin, zu der Kupferstaub verwendet wird.[5]

2,2′-Bipyridin ist bei Raumtemperatur ein weißer Feststoff, der bei 70–72 °C schmilzt und bei 272 °C siedet. Die Verbindung kann als zweizähniger Chelatligand eingesetzt werden und koordiniert dabei über die Stickstoffatome. Als Ligand wird oft die Kurzschreibweise bpy oder bipy verwendet. Mit vielen Übergangsmetallen werden stabile Komplexe gebildet. Bei oktaedrischer Komplexgeometrie entstehen zwei enantiomere Komplexspezies.

Enantiomere der Bipyridinkomplexe
Enantiomere der Bipyridinkomplexe

Der Komplex von 2,2′-Bipyridin mit zweiwertigem Eisen ([Fe(bipy)3]2+) ist in Lösung tiefrot. Dieser Komplex kann zur quantitativen kolorimetrischen Bestimmung von Eisen genutzt werden. Dreiwertiges Eisen kann vorher, beispielsweise durch Natriumhydrogensulfit, oder Ascorbinsäure, reduziert werden.[6]

Einzelnachweise

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  1. a b c d e f g Eintrag zu 2,2'-Bipyridyl Vorlage:Linktext-Check/Apostroph in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 20. Januar 2022. (JavaScript erforderlich)
  2. Datenblatt 2,2′-Bipyridin bei Merck, abgerufen am 21. November 2008.
  3. F. Hein, H. Schwedler: Zur α,α-Dipyridyl-Synthese aus Pyridin und Eisen(III)-chlorid, sowie über einige Dipyridyl-Komplexsalze, in: Chem. Ber., 68, 1935, S. 681–684; doi:10.1002/cber.19350680425.
  4. W. H. F. Sasse: 2,2′-Bipyridin In: Organic Syntheses. 46, 1966, S. 5–8, doi:10.15227/orgsyn.046.0005; Coll. Vol. 5, 1973, S. 102 (PDF).
  5. F. H. Burstall: Researches on the polypyridyls, in: J. Chem. Soc., 1938, S. 1662–1671; doi:10.1039/JR9380001662.
  6. G.-O. Müller: Quantitativ-anorganisches Praktikum. 7. Auflage, S. 376, Verlag Harri Deutsch, Frankfurt/Main 1992, ISBN 3-8171-1211-4.