Berufungspastoral

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Berufungspastoral ist die seelsorgerliche Aktivität (Pastoral) einer in der Regel christlichen Glaubensgemeinschaft, mit dem Ziel, ein allgemeines Berufungsbewusstsein zu wecken (Berufung zum Mensch-Sein), zu ehrenamtlichen Diensten in der Gemeinde zu motivieren (Berufung zum Christ-Sein) und bei der Entdeckung der Berufung zu einem Lebensweg als Priester oder im geweihten Leben zu helfen. In diesem Sinne steht die Berufungspastoral in Beziehung zu allen anderen Dimensionen der Seelsorge: zur Pastoral der Familie, der Kultur, der Liturgie und der Sakramente, der Katechese und des Glaubensweges im Katechumenat. Vor allem aber wird sie als verbindende Perspektive in der kirchlichen Jugendarbeit gesehen.[1]

Die katholische Kirche und viele Ordensgemeinschaften haben eigens Berufungsbeauftragte benannt und Zentren für Berufungspastoral eingerichtet.

Rogamus-Stiftung

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Im Jahr 2017 wurde im Erzbistum Köln die Rogamus-Stiftung ins Leben gerufen, deren Aufgabe die Förderung der Berufungspastoral in der Katholischen Kirche ist.[2] Die von Erzbischof Rainer Maria Woelki gegründete Stiftung betreut eine seit 1999 bestehende Rogamus-Gebetsgemeinschaft für geistliche Berufungen im Erzbistum Köln und darüber hinaus.[3] Sekretär der Stiftung ist Pfarrer Regamy Thillainathan[4], Ehrenmitglied ist seit 2018 Papst Franziskus.[5]

Zeitschrift Wegbereiter

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Ab April 1953 gab der Salvatorianerpater Paschalis Schmid unter dem Titel Priestersamstag eine Quartalsschrift zur Förderung der Berufungspastoral heraus, die sich an junge Menschen auf der Suche nach ihrer geistlichen Berufung wie an die Mitglieder des Päpstlichen Werkes für geistliche Berufe richtete. 1957 erreichte die Zeitschrift eine Auflage von 93.000 Exemplaren. Im Jahr 1967 wurde die weiterhin vom Salvatorianerorden getragene praxisorientierte Zeitschrift in Wegbereiter umbenannt. Der Rückgang der Zielgruppe und die Einstellung der finanziellen Förderung durch die deutschen Diözesen führte Ende 2012 zur Einstellung der Zeitschrift im 59. Jahrgang. Der vollständige Titel lautete zuletzt: Wegbereiter – Magazin für Berufe der Kirche. Religiöse Vierteljahresschrift zur Weckung und Förderung kirchlicher Berufe, begründet von P. Paschalis Schmid SDS, dem Initiator des monatlichen Gebetstages für geistliche Berufe.[6]

  • Barbara Albrecht: Berufen zum Zeugnis. Ordensleben und Berufungspastoral in der Sicht Papst Johannes Pauls II. Patris-Verlag, Vallendar 1988, ISBN 3-87620-136-5.
  • Herbert Alphonso: Die persönliche Berufung. Tiefgreifende Umwandlung durch die geistlichen Übungen. Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 2002, 5. Auflage, ISBN 3-87868-469-X.
  • Ulrich Feeser-Lichterfeld: Berufung. Eine praktisch-theologische Studie zur Revitalisierung einer pastoralen Grunddimension. Lit, Münster 2005, ISBN 3-8258-8526-7.
  • Philipp Müller, Gerhard Schneider (Hrsg.): Ein Beruf in der Kirche? Fragen der Berufungspastoral. Grünewald, Ostfildern 2013, ISBN 978-3-7867-2968-6.
  • Benedikt Müntnich: Menschen gewinnen. Implikationen einer benediktinischen Berufungspastoral. In: Erbe und Auftrag, Jg. 79 (2003), S. 182–190.

Einzelnachweise

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  1. Päpstliches Werk für geistliche Berufe: Schlussdokument In verbo tuo des Europäischen Kongresses im Mai 1997 über die Berufungen zum Priestertum und Ordensleben in Europa, Nr. 26.
  2. Kardinal Woelki gründet Stiftung für Berufungspastoral. In: DOMRADIO.DE. 6. Januar 2018, abgerufen am 14. Mai 2020.
  3. Über rogamus. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 18. Mai 2021; abgerufen am 14. Mai 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/rogamus.de
  4. Domradio vom 25. März 2020: Stiftung Rogamus gibt Gebetsbroschüre für die Corona-Krise heraus. „Beten ist Lebensatem“, abgerufen am 1. Januar 2023
  5. Erzbistum Köln vom 14. Februar 2018: Papst Franziskus ist Ehrenmitglied der rogamus-Stiftung, abgerufen am 16. November 2020
  6. Leonhard Berchtold SDS: Der selbstlose Dienst der Salvatorianer. Ein persönliches Wort vom Provinzial der Salvatorianer in Deutschland zur Beendigung des Wegbereiters. Wegbereiter, Heft 4/2012, S. 2–3.