Eslicarbazepinacetat

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Strukturformel
Strukturformel von Eslicarbazepinacetat
Allgemeines
Freiname Eslicarbazepinacetat
Andere Namen

(S)-10-Acetoxy-10,11-dihydro-5H-dibenzo[b,f]azepin-5-carboxamid

Summenformel C17H16N2O3
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 236395-14-5
EG-Nummer (Listennummer) 636-617-2
ECHA-InfoCard 100.164.398
PubChem 179344
ChemSpider 156110
DrugBank DB09119
Wikidata Q410273
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N03AF04

Wirkstoffklasse

Antiepileptikum

Wirkmechanismus

Blockade der Natriumkanäle

Eigenschaften
Molare Masse 296,32 g·mol−1
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338[1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Eslicarbazepinacetat ist eine chemische Verbindung, die als Arzneistoff zur Dauerbehandlung bestimmter Formen der Epilepsie verwendet wird. Chemisch handelt es sich um einen Abkömmling des Carbamazepins, ein Carboxamid aus der Klasse der Dibenzazepine. Eslicarbazepin wurde in den 1990er Jahren vom portugiesischen Pharmakonzern BIAL entwickelt und ist seit 2009 in Europa zugelassen.

Pharmakokinetik

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Das Prodrug Eslicarbazepinacetat wird nach oraler Gabe rasch resorbiert und zu 95 % mittels Leber-Esterasen hydrolytisch gespalten (First-Pass-Metabolisierung) zum wirksamen Metaboliten Eslicarbazepin [(S)-Licarbazepin, 10,11-Dihydro-10-hydroxycarbamazepin].[2] Es entstehen nur geringe Mengen des (weniger wirksamen) Enantiomers R-Licarbazepin. Dies könnte im Vergleich mit dem Antiepileptikum Oxcarbazepin, nach dessen Metabolisierung das Verhältnis von S-Licarbazepin zu R-Licarbazepin 4:1 beträgt, eine höhere klinische Effizienz für Eslicarbazepin zur Folge haben.[3] Ungefähr 30 % des Eslicarbazepin wird an Plasmaeiweiße gebunden.[4] Die Halbwertzeit beträgt 8 bis 17 Stunden nach Einmalgabe und 20 bis 24 Stunden bei regelmäßiger Einnahme.[5] Eslicarbazepin wird nahezu vollständig über die Nieren ausgeschieden.

Eslicarbazepin hat prinzipiell dieselbe Wirkungsweise wie das verwandte Carbamazepin. Es hemmt spannungsabhängige Natriumkanäle in den Axonen der Nervenzellen und verhindert so die Freisetzung natriumkanalabhängiger Neurotransmitter. Eslicarbazepin stabilisiert die inaktive Form der Natriumkanäle und unterdrückt so insbesondere repetitive Erregungen.[6][7]

Anwendungsspektrum

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Entsprechend dem Wirkspektrum von Carbamazepin und Oxcarbazepin ist Eslicarbazepin in der Kombinationstherapie bei Epilepsien mit fokalen und sekundär generalisierten Anfällen bei Erwachsenen angezeigt.

Unerwünschte Wirkungen

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In placebokontrollierten Studien traten bei 45,3 % der mit Eslicarbazepinacetat behandelten Probanden unerwünschte Wirkungen auf (gegenüber 24,4 % bei mit Placebo behandelten Probanden). Unerwünschte Wirkungen waren von leichter bis mäßiger Stärke und traten vorwiegend während der ersten Wochen auf. Eslicarbazepin kann insbesondere zu Schwindel und Schläfrigkeit führen. Es kann zum Auftreten von Kopfschmerzen, Koordinations- und Aufmerksamkeitsstörungen kommen. Weitere unerwünschte Wirkungen sind Hautausschlag (1,1 %), Tremor, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall. Eine Hyponatriämie (Verminderung des Gehaltes an Natrium-Ionen im Blut) wurde bei weniger als 1 % der Anwender beschrieben (gegenüber 23 % – 73 % bei Oxcarbazepin).

Eslicarbazepin kann die Wirkung von hormonellen Kontrazeptiva verringern. Bei Anwendung von Eslicarbazepin wird eine zusätzliche nicht hormonelle Verhütungsmethode empfohlen.

Einzelnachweise

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  1. a b Datenblatt BIA 2-093 bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 30. März 2011 (PDF).
  2. J. Maia, M. Vaz-da-Silva, L. Almeida, A. Falcao, P. Silveira, S. Guimaraes, P. Graziela, P. Soares-da-Silva: Effect of food on the pharmacokinetic profile of eslicarbazepine acetate (BIA 2-093). In: Drugs R D. 6, 2005, S. 201–206.
  3. B.J. Steinhoff, E. Trinka, A.S. Wendling: Abrupter Austausch von retardiertem Oxcarbazepin gegen Eslicarbazepinacetat. In: Der Nervenarzt. 2010.
  4. M. Bialer, S. I. Johannessen, H. J. Kupferberg, R. H. Levy, E. Perucca, T. Tomson: Progress report on new antiepileptic drugs: a summary of the Eighth Eilat Conference (EILAT VIII). In: Epilepsy Res. 73, 2007, S. 1–52. PMID 17158031
  5. L. Almeida, A. Falcao, J. Maia, D. Mazur, M. Gellert, P. Soares-da-Silva: Single-dose and steady-state pharmacokinetics of eslicarbazepine acetate (BIA 2-093) in healthy elderly and young subjects. In: J Clin Pharmacol. 45, 2005, S. 1062–1066.
  6. L. Almeida, P. Soares-da-Silva: Eslicarbazepine acetate (BIA 2-093). In: Neurotherapeutics : the journal of the American Society for Experimental NeuroTherapeutics. Band 4, Nummer 1, Januar 2007, S. 88–96, doi:10.1016/j.nurt.2006.10.005. PMID 17199020 (Review).
  7. António Parada, Patrı́cio Soares-da-Silva: The novel anticonvulsant BIA 2-093 inhibits transmitter release during opening of voltage-gated sodium channels: a comparison with carbamazepine and oxcarbazepine. In: Neurochemistry International. Band 40, Nr. 5, April 2002, S. 435–440, doi:10.1016/S0197-0186(01)00101-2.

Zebinix (EU), Exalief (EU, obsolet), Aptiom (USA), Stedesa (USA, obsolet)