Herfurthsche Villa (Leipzig)

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Villa Herfurth (2011)

Die Herfurthsche Villa an der Karl-Tauchnitz-Straße 11 in Leipzig ist eine dreigeschossige Villa.

Die Bebauung der Karl-Tauchnitz-Straße geht im Wesentlichen auf die Umgestaltung des südlichen Leipziger Promenadenrings und der Weiterführung der Parkanlage vom Grimmaischen Tor bis zur Esplanade in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Vor allem nach dem Bau des Neuen Theaters auf dem Schneckenberg 1864 wurden die an den südlichen Promenadenring angrenzenden großen Grundstücke und Gärten parzelliert und als Bauland verkauft. Die Karl-Tauchnitz-Straße umschließt bogenförmig nach Osten solches ehemaliges Gartenland, die rechteckige Anlage der Grundstücke bzw. der Seitenstraßen lässt noch die planmäßige Parzellierung der Grünflächen erkennen.[1] Auf einer solchen Parzelle wurde die Villa von 1892 bis 1894 von den Leipziger Architekten Karl Weichardt und Bruno Eelbo für den Geologen Hermann Credner (1841–1913) erbaut. Das Haus wurde ein geistiges und kulturelles Zentrum Leipzigs, Gäste waren unter anderen Meyer und Brockhaus, Amundsen, Nansen, Hugo von Hofmannsthal, Max Klinger und Max Liebermann.

1913 wurde die Villa an den Verleger der Leipziger Neueste Nachrichten, Edgar Herfurth verkauft. 1915 und 1927 erfolgten Umbauten. 1945 wurde Herfurth enteignet und die Villa der Universitätsklinik übergeben. 1990 wurde die Villa von der Musikhochschule „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ genutzt, danach dem Förderkreis der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig übergeben. 1996 erfolgten Restaurierungs- und Umbaumaßnahmen.

Die Villa wurde im Stil des Historismus erbaut, Vorbilder waren norditalienische Villen. Das Gebäude ist verputzt und zeigt neben Erkern und Balkonen einen Säulenportikus mit einem überhöhten Mittelrisalit. Die Nordwestseite als Schauseite zeigt über den triumphbogenartig überwölbten Balkon im ersten Obergeschoss ein Gemälde, das die zurückgesetzte Giebelwand schmückt.

Einzelnachweise

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  1. Waltraud Volk: Leipzig. Historische Straßen und Plätze heute. Verlag für Bauwesen, Berlin 1981, S. 176 ff.

Koordinaten: 51° 20′ 2,3″ N, 12° 21′ 55″ O